Frankfurter Grüne Soße
Zutaten
200g frische Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Sauerampfer, Kerbel, Kresse, Pimpinelle, Borretsch)
2 hartgekochte Eier
ein Paar Kartoffeln
1 TL Senf
2–3 EL Essig
4–6 EL neutrales Öl
150–200 g Schmand oder Joghurt
Salz & Pfeffer
Pfeffer, Salz
Zubereitung
Kräuter sehr fein hacken und Eier kochen
2 Eigelb mit Senf, Essig und Öl verrühren.
Schmand unterheben, Kräuter einmischen.
2 Eiweiß fein hacken und zugeben, abschmecken.
Gekochte Eier und Kartoffeln passen gut dazu.
Die Frankfurter Grüne Soße ist seit dem 19. Jahrhundert historisch greifbar. Das früheste gedruckte Rezept erscheint 1860 im Praktischen Frankfurter Kochbuch von Wilhelmine Rührig. Beschrieben wird eine Kräutersoße aus Eigelb, Öl und Essig – noch ohne Milchprodukte und ohne festgelegte Kräutermischung. Die heute bekannte Variante mit sieben Kräutern und cremiger Basis entsteht erst später und setzt sich im 20. Jahrhundert allmählich durch. Seit 2016 ist die „Frankfurter Grüne Soße“ als geschützte geografische Angabe registriert. Die oft erzählte Verbindung zu Johann Wolfgang von Goethe gehört hingegen in den Bereich der Stadtlegenden. Belegen lässt sie sich nicht. Kräutersoßen selbst haben eine deutlich längere Geschichte: In Europa sind sie seit dem Mittelalter verbreitet, und schon in der antiken Rezeptsammlung des Apicius finden sich vergleichbare Zubereitungen. Ein zentraler Bestandteil der Frankfurter Tradition ist der Stadtteil Oberrad, der sich über Jahrhunderte zum wichtigsten Anbaugebiet für die benötigten Kräuter entwickelte.
Quellen
Wilhelmine Rührig: Praktisches Frankfurter Kochbuch, 2. Auflage, Frankfurt am Main, 1860
Spezifikation „Frankfurter Grüne Soße“ (g.g.A./PGI), Europäische Union, Eintragung 2016
Johann Wolfgang von Goethe: Biografische Angaben und Werküberblick (u. a. Britannica)
Viel Spaß beim Nachkochen!